Die falsche Lampe kann aus einer gemütlichen Couch eine Schattenzone machen, in der niemand sitzen will. Letzte Woche half ich einer Freundin, ihre kleine Einraumwohnung neu zu ordnen. Sie hatte eine wunderschöne, tiefgrüne Couch mit Samtbezug, aber das Licht kam von einer nackten Deckenleuchte direkt über dem Tisch. Jeder Abend fühlte sich an wie im Wartezimmer. Wir stellten eine Stehlampe mit Stoffschirm neben die Couch und hängten eine Pendelleuchte mit Dimmer über den Esstisch. Plötzlich wirkte der Raum doppelt so groß. Die Couch lud zum Verweilen ein, und die Ecken, die vorher nur Schatten waren, wurden zu Leseplätzen. Wer ein Sofa kauft, sollte zuerst überlegen, woher das Licht kommt. Denn eine falsch platzierte Lampe lässt selbst das beste dick gepolsterte Polster alt aussehen.
Meine eigene Wohnung hat nur 36 Quadratmeter, und ich kenne jedes Problem mit kleinen Grundrissen. Tagsüber ist alles hell durch das große Fenster, aber abends wird es kritisch. Das größte Rätsel war immer die Schlafsituation für Gäste. Ich wollte keinen klobigen Gästebettwürfel, der den Raum frisst. Also entschied ich mich für ein Schlafsofa mit Klick-Klack-Mechanismus. Das klingt technisch, aber es ist simpel: Man zieht die Sitzfläche hoch, klappt die Rückenlehne nach hinten und hat eine ebene Liegefläche. Mein Modell hat einen Lattenrost aus Birke und eine 16 cm dicke Schaumstoffmatratze, die fest genug für den Rücken ist, aber weich genug für ein Nickerchen tagsüber. Ohne die richtige Beleuchtung daneben wäre das aber nur eine halbe Sache. Ich stellte eine kleine Leselampe auf einem schmalen Beistelltisch direkt neben die Schlafseite. So kann mein Gast abends noch ein Buch lesen, ohne das Hauptlicht anschalten zu müssen.
Die Herausforderung bei einem Schlafsofa ist immer die Tagsüber-Nutzung. Meistens steht es im Wohnzimmer und muss als Sitzmöbel funktionieren. Ich habe mir ein Modell mit Samtbezug in einem warmen Beigeton ausgesucht. Samtbezug ist pflegeleicht, wenn man eine Fleckenschutzimprägnierung aufträgt, und er reflektiert das Licht sanft. Eine glatte Lederoptik würde jedes Licht hart zurückwerfen. Aber der Samt schluckt die Härte und lässt die Farben der Umgebung weicher wirken. Damit das auch abends klappt, hänge ich in der Saison eine helle Pendelleuchte mit einem weißen Leinen-Schirm über das Sofa. Der Schirm ist so groß, dass er das Licht wie eine Wolke verteilt. Kein direktes Strahlen in die Augen der Gäste. Wenn ich dann die Couch ausklappe, dimme ich die Lampe auf die Hälfte. So wird der Schlafbereich warm, ohne dass man nachts geblendet aufwacht. Die home lighting muss hier flexibel sein, sonst ist das Ausklappen jedes Mal ein Kampf mit dem Licht.
Viele meiner Freunde scheitern an der Lagerung von Bettzeug. In einer kleinen Wohnung ist der Platz für Kissen, Decken und Gästebettwäsche knapp. Ich habe mich deshalb für ein Bett mit Stauraum entschieden, aber nicht als separates Möbel. Mein Schlafsofa hat einen integrierten Kasten unter der Sitzfläche, der gegen die Wand geöffnet wird. Dort verstaut ich zwei Kopfkissen, eine dünne Wolldecke und ein Spannbettlaken. Das ist genau die richtige Menge für einen Übernachtungsgast. Ohne diesen Stauraum würde das Gästebettzeug auf dem Sofa liegen und den Sitzkomfort ruinieren. Die Beleuchtung in diesem Bereich ist übrigens eine kleine LED-Leiste unter der Sofakante, die den Boden anstrahlt. Wenn ich den Kasten öffne, leuchtet das Licht auf, und ich sehe sofort, wo die Kissen liegen. Das ist kein Luxus, sondern eine echte Erleichterung, wenn der Gast müde um zehn Uhr abends ankommt.
Man sollte auch die Höhe der Lichtquellen bedenken. Eine zu niedrige Stehlampe neben dem Bett mit Stauraum oder neben dem Schlafsofa blendet, wenn man liegt. Ich messe immer die Höhe der Liegefläche plus 30 Zentimeter. Das ist die ideale Unterkante für den Lampenschirm. Meine Freundin hatte eine Stehlampe, die nur 1,20 Meter hoch war. Wenn sie auf dem Ausziehsofa lag, leuchtete die Birne direkt in ihr Gesicht.